|
Was ist Salsa
Tanz?
Vorwort
Es bedarf
wohl der Anmerkung, das Salsa Tanzen in Form des
Gesellschaftstanzes ein heftig
streitbares Thema ist. Selbst für den
beginnenden Tänzer, mindestens aber für
den fortgeschrittenen Tänzer ist
zwangsläufig erkennbar, das Salsa über eine
Vielzahl von Ausdrucksformen
verfügt. Dies gilt sowohl für die rhythmische Umsetzung
wie auch innerhalb
von Bewegung und Tanzrichtung.
Es kann daher
nur auf obigen Artikel zur Salsa Musik verwiesen werden, der
die Verbreitung
und den regionalen Bezug der Salsa Musik erklärt.
Grundsätze
Bevor man
auf die einzelnen Salsa- Styles eingeht, ist es angebracht, einige
wesentliche Merkmal
von Tanz im Allgemeinen und Salsa als Gesellschaftstanz
zu erfassen.
Geschichtliche
Entwicklung
Analog
zur musikalischen Entwicklung der Salsa Musik, sprich der Fusion von
afrikanischen und europäischen Musikelementen zur afro- kubanischen Musik,
vollzieht auch der Tanz die Vermischung der unterschiedlichen
Tanztraditionen.
Die
ursprünglichen Tänze in Afrika sind von zwei wesentlichen Elementen
geprägt.
Zum Einem ist Tanz in Afrika fest an die Trommel gebunden. Über
diesen als „
Talking drum „ bezeichnete Form werden tänzerischer Ausdruck
und Sprache des
Körpers transportiert. Die Tänze werden ausgelebt bei allen
möglichen Gelegenheiten,
in Form von Kriegs- und Fruchtbarkeitstänzen,
Hochzeits- und Erntedankfesten um
einige Rituale zu nennen, sie dienen
ebenso der Magie, Zauberei und Geisterbeschwörung.
Zum Zweiten
wird das Tanzen stationär binnenkörperlich ausgeführt,
Bewegungen finden durch
die Isolation der einzelnen Körperteile, Arme, Beine,
Kopf usw., statt.
In Europa
soll Tanz ästhetisch sein und nach Anmut und Schönheit streben.
Jedenfalls war
das die Vorgabe von König Ludwig XIV. der die erste „Academie
de la danse“
gründete und somit Gesellschaftstanz und Ballet trennte. Er
führte wesentlich
den in England beheimateten „ Contrydance“ (also
Landtanz) ein und benannte ihn
nach dessen Ursprung „contredanse“.
Dort standen sich mehrere Paare von Männern
und Frauen in eine Reihe
gegenüber(Kontra).
Weiterer grundlegender
Unterschied des europäischen Tanzens ist die Führung
aller Bewegungen aus dem
Körperzentrum.
Kuba
Es ist
nicht übertrieben zu behaupten, das Kuba innerhalb der historischen
Entwicklung
der afro- kubanischen und auch der lateinamerikanischen Tänze
ein Zentrum und Ausgangspunkt
war. Die Hälfe des Tanzschulprogramms wird
durch Tänze aus Kuba gefüllt. Salsa,
Rumba, Cha Cha Cha, Mambo sowie der
in Deutschland nicht so bekannte Bolero
zählen dazu.
Die 1492
von Kolumbus entdeckte Insel, ist nicht nur die größte Insel der
Antillen,
sondern sie ist bis weit in die 1940 Jahre ein wirtschaftliches und
kulturelles
Schwergewicht. Nicht umsonnst notierte Kolumbus, wer Cuba
beherrscht,
beherrscht Indien (er meinte Amerika).
Cuba war zunächst Dreh- und Angelpunkt
des Sklavenhandels, sowie der
Goldtransporte nach Spanien. Mit den Sklaven aus
Afrika kam auch die
dazugehörenden Kulturelemente Religion, sowie Musik und
Tanz der Yoruba
nach Kuba.
Die erste
wirkliche Vermengung von afrikanischen und europäischen Tanz
findet nach 1789
statt, indem französische Pflanzer vom spanischen
Generalkapitän die Erlaubnis
erhielten sich im Osten Cubas anzusiedeln. Diese
mussten in Folge der
Sklavenaufstände auf der benachbarten Inseln
Hispaniola und Haiti ihre
Plantagen verlassen. Während in Frankreich „
Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“
angestrebt wurden, hatte Kaiser
Napoleon seine Kolonien vergessen. Die
Forderungen der Schwarzen wurden
mit dem Entsenden einer Flotte beantwortet.
Die französischen Pflanzer brachten neben Kapital
und Technik für den
Zuckeranbau natürlich Ihren Contredanse mit. Durch die
wirtschaftlicher Blüte
über Tabak- und Zuckerexport, entsteht in Cuba bis Ende
des 18 Jahrhundert
eine neue Mittel – und Oberschicht, und ein neuer
Nationaltanz, der Danzon.
Der
Danzon erinnert beim hinsehen ein wenig an einen langsamen Tango
Argentino und
so noch so gar nicht nach Salsa aus.
Die Tanzpaare tanzen in der geschlossenen
Tanzhaltung, es gibt wenig
Körperbewegung und die Füße schleifen über dem
Boden. Nach dem Auftakt
auf dem 1. Schlag in dieser langsamen und soften Musik die
auch in Europa
bekannten Tanzbilder getanzt, z.B. Promenade usw.
Mitte des
19. Jahrhunderts wandelt sich die gesellschaftliche und soziale
Struktur Kubas.
Die
weisen Nachfahren der Spanier bleiben aufgrund des wirtschaftlichen
Erfolgs
nunmehr dauerhaft auf Kuba (sog. Criollos).
Auch eine ganz neue Bevölkerungsschicht
entsteht. Die Mulatten, Nachfahren
der Spanier und schwarzen Sklaven
entstandenen so genannten „ freien
Farbigen“, die um das Jahr 1840 ca. 20% der
Bevölkerung Cubas ausmachten.
Schließlich das Ende der Sklaverei auf Cuba, ein
Reflex der einher geht mit
dem Ende des Sklavenhandels infolge des
amerikanischen Bürgerkrieges 1865
und der kubanischen Unabhängigkeitskriege. Hierbei
trifft 1880 in Havanna ein
aus dem Oriente Cubas kommend ein neuer Tanz ein. Der
Son.
Der Son
in Musik und Tanz ist der Kassenschlager Cubas schlechthin. Es ist
die „Musica
mulatta“. Spanisches Versmaß kombiniert mit afrikanischen
Rhythmus.
Die Texte
orientieren sich am alltäglichen Leben der Cubaner, angreichert mit
sexuellen
Anzüglichkeiten und so wird nun auch getanzt.
Es findet
sich in der Zeitung von Cienfuegos vom 31.05.1917 folgender
Hinweis:
„Die
Polizei führte eine Gruppe von Frauen ab, die in skandalöser Weise in der
Arango
Strasse Son getanzt haben“.
Neben der
Tanzhaltung aus dem Danzon werden nun Elemente aus
ursprünglichen afrikanischen
Tänzen der Rumba (aao. Columbia, Guaguanco)
und aus den rituellen Tänzen z.B.
der kleinen Sekte der Abakua eingeführt
(letzteres war eigentlich verboten, da
die Abakua eine Geheimsekte sind).
Ein
Paartanz also, bei dem sich die Tanzpartner locker erotisch umkreisen.
Jaja.. es geht noch weiter
|